Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz


football field 1428839 340Seit Mitte August rollt der Ball wieder in der Bundesliga. Millionen Menschen schauen auf das Geschehen. Die Zeiten der Fußballspiele, die sich seit langem nicht mehr auf den Samstag beschränken, sondern von Freitag bis Montag reichen, haben längst für viele soweit in den Alltag eingegriffen, dass die sie den Rhythmus vieler Menschen wesentlich mitbestimmen. Viele haben den Beginn der neuen Saison sehnsüchtig erwartet.

Ich weiß nicht, wo sich am Wochenende mehr Menschen versammeln, ob in den Gottesdiensten oder in Sportstadien. Ich gehe selber hin und wieder gerne ins Stadion – für mich ist das wichtigste an einem Fußballspiel die Spannung. Der Ausgang eines Spieles ist beim Anpfiff noch offen, obwohl es natürlich Favoriten und Wahrscheinlichkeiten gibt. Aber gerade die Überraschungen machen den besonderen Reiz des Sports aus. Ich sehe in diesen 90 Minuten intensives Leben. Einsatzbereitschaft bis zur körperlichen Erschöpfung. Ich sehe den Siegeswillen einer Mannschaft, die unbedingt gewinnen will und eine andere Mannschaft, die sich mit allen Mitteln gegen einen übermächtigen Gegner stemmt. Ich nehme die Kombination von Einzelleistung und mannschaftlicher Geschlossenheit wahr, von Technik und Taktik. Und ich kann mich selber innerlich engagieren, auf einen bestimmten Ausgang hoffen.

Das Entscheidende bei alledem ist: Es geht im Spiel um Sieg oder Niederlage. Meine Mannschaft kann gewinnen oder verlieren. Darum der Einsatz, die Aufregung, die Nerven, die Erleichterung, wenn es geglückt ist. Oder aber der Schmerz, ein Spiel knapp verloren zu haben. Aber dann doch noch das Gefühl: Man ist damit nicht allein.

Das Fußballspiel ist ein Spiegelbild unseres Lebens. Wir wollen gerne gewinnen und obenauf sein und fürchten uns davor, zu verlieren. Ein Sieg im Sport ist schön. Das setzt Glücksgefühle frei. Und bei einer Niederlage die schmerzt, bleibt immer der Ausweg zu sagen: Es ist ja doch nur ein Spiel. Im Leben geschieht es aber auch, dass ich verliere, dass ein Plan nicht Erfüllung geht, dass eine Beziehung nicht hält, dass Menschen sich auseinanderleben, dass einer frühzeitig stirbt. Da ist dann oft nichts mehr gerade zu rücken. Es gibt dann kein neues Spiel mehr, in dem man es besser machen könnte.

Im Gottesdienst ist es meist weniger spannend als auf dem Fußballplatz. Denn das Ergebnis ist nicht so unberechenbar, so offen wie das neue Spiel von Verein X gegen Verein Y. Im Gottesdienst steht die Zusage des Lebens am Anfang und am Ende. Gottes Liebe nimmt den Starken und den Schwachen an, und bei Gott ist Treue verlässlich gegeben. Gott hat alles für dich getan, du kannst in diesem Leben nicht zum Verlierer werden, auch wenn du vieles verlieren kannst und manches nicht in Erfüllung geht. Aber als Kind Gottes stehst du auf der Seite dessen, der dieses Leben in der Hand hat und es zu einem guten Ende führt. Dies steht nicht in Frage. Das Ergebnis eines Gottesdienstes ist daher weniger spannend als beim Spiel mit dem Ball. Aber spannend ist es, wie ich dieses Ja Gottes in meiner je und je neuen Lebenslage höre und spüre. Verstehe ich im Gottesdienst im Lichte des Evangeliums besser, was ich gerade erlebt habe? Finde ich Orientierung in einer Entscheidungsfrage? Finde ich Vertrauen wenn ich auf etwas sehe, das bedrohlich vor mir liegt? Hier ist die Antwort noch nicht gegeben, sondern hier kommt es darauf an, auf welchen Weg mich der Gottesdienst mitnimmt und ob ich einen Zugang finde, die heilsame und mitmachende Botschaft für zu hören zu hören? Einen solchen Zugang zu finden, kann einen erfüllen. Was für ein Segen, dass das Leben so reich ist und wir uns nicht zwischen den Welten entscheiden müssen! Sondern wir können ganz im Hier und Jetzt mit Leidenschaft das tun, was uns reizt und herausfordert, und doch jeden Tag unter dem Vorzeichen der Zusage der Güte und des Anspruchs Gottes getrost beginnen und beenden.
Bernhard Seiger

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