Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz

Artikel aus Gemeindegruß Kerpen, Sept 2005

(von Rita Radloff, Erftstadt, Juni 2005; Fotos von Reinhard Radloff)

Der Herr ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln (Indonesiens!), so viele ihrer sind. (Psalm 97,1)

Mitten aus unseren Reisevorbereitungen nach Nordsumatra werde ich ans Telefon gerufen: „Hast du schon gehört, schon wieder gab es ein Erdbeben auf Sumatra. Langsam mach ich mir Sorgen um euch, passt gut auf euch auf!" –

Hmm, Nordsumatra ist groß und mir wird schon nichts auf den Kopf fallen, auch wenn wir uns im Kirchenkreis Silindung der indonesischen Partnerkirche HKBP die beschädigten Gebäude anschauen wollen, die beim letzten großen Erdbeben Ende März entstanden sind. Schließlich hat die Gemeinde in Brühl speziell dafür Geld gesammelt! Auch andere Projekte diakonischer Art, z. B. die Ausbildungsförderung junger Menschen werden wir auszuloten haben. Und die Teilnahme an einer Gesamtkonsultation mit deutschen und indonesischen Partnern aus den jeweiligen Kirchenkreisen steht auf dem Programm. Drei Delegierte des Kirchenkreises Köln-Süd, Pfarrer Frank Drensler aus Kerpen-Sindorf, mein Mann Reinhard Radloff als Vorsitzender der Partnerschaftsarbeit und ich als Delegierte für Frauen- und Jugendfragen sind eingeladen. Vor vier Jahren waren wir das letzte Mal in Indonesien und ein Gegenbesuch hat seit drei Jahren nicht mehr stattgefunden. Telefonate und E-Mails halten den Kontakt auf Sparflamme. Es wird Zeit für einen intensiven Besuch und grundlegende Gespräche mit den Verantwortlichen im Kirchenkreis Silindung und bei unserem zweiten Partner, dem evangelischen Krankenhaus in Balige am Tobasee.

Gesund und wohlbehalten aus Sumatra zurück, können wir voller Dankbarkeit feststellen: Kleine Erdbeben gab es zwar, wir haben sie aber kaum bemerkt. Schäden an Gebäuden und Kirchen wurden zum Teil schon ausgebessert. Wir haben neue Geschwister dazu gewonnen. Mit Superintendent Welman Tampubolon und seiner Frau Betti (siehe Foto), die acht Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet haben, war sprachlich und menschlich ein herzlicher Austausch möglich. Bewegt und mit Tränen in den Augen haben wir nach drei Wochen Abschied genommen im Wissen um eine tiefe Freundschaft. Sie nahmen uns hinein in ihr Familien- und Gemeindeleben. Wir staunten über ihr Engagement. Drei Kinder hatten sie adoptiert, bis sie schließlich ein eigenes Töchterchen bekamen. Mit dem Partnerschaftsauto legt Welman viele Kilometer auf abenteuerlich-gefährlichen Straßen zurück, um auch in entlegenen Dörfern nach seinen Gemeinden zu schauen. Mit offenen Händen teilt er aus, was er eigentlich  nicht hat und trotzdem abgibt. Er ermutigt auch andere zu helfen. Doch nicht nur die weitreichende Not zeigte er uns, täglich haben wir herzhaft miteinander gelacht. Das fröhliche und offene Miteinander empfanden wir als großes Geschenk in allen Begegnungen.

Pfarrer Frank Drensler (im Fotot mit Dorfbewohnern im KK Silindung), der zum ersten Mal in Indonesien war, fühlte sich unter den warmherzigen Menschen dort sichtlich wohl und hat mit seinem Humor die Herzen der Batak-Geschwister schnell erobert. Jeder Tag barg viel Neues und immer andere Treffen und Gespräche mit Jung und Alt. Die Liebe zu Land und Leuten ist bei uns wieder gewachsen und die Vision von einer weltweiten, familiären Kirche konkreter geworden.

Im Gästehaus des Hospitals Balige haben wir uns an einem Abend mit Diakonissen und einem jungen Arzt zusammengesetzt, Lieder gesungen und Psalm 31 gelesen.  Im ehrlichen Austausch erkannten wir, wie ähnlich unsere menschlichen Erfahrungen sind, und dass wir ein gemeinsames Fundament des Glaubens haben. Jesus Christus, der uns über 11.000 km hinweg und trotz fünf Stunden Zeitverschiebung verbindet und eint, eine großartige Erfahrung. Zweimal hörte ich Kinderchören zu, sie sangen mir vertraute Taizé-Lieder: „Christus, dein Licht verklärt unsere Schatten …" und  „Meine Hoffnung und meine Freude …" auf Englisch und Indonesisch. Ich war tief bewegt über diese spirituellen Lieder, die jetzt auch die indonesischen Inseln erreicht haben und mir aus Kindermündern entgegen klangen. Der deutsche Missionar Ludwig Nommensen brachte die christliche Botschaft 1863 zu den Batakern. Der Samen ist auf fruchtbaren Boden gefallen und noch heute erweisen sich viele Bataker als Menschen, die einen kräftigen und fröhlichen Glauben leben in der Verkündigung, im Gebet und mit viel Singen. Es tat gut, einzutauchen in diese Ursprünglichkeit und den Reichtum an gelebtem Glauben trotz vieler äußerer Notlagen.

Die Gesamtkonsultation vieler Kirchenkreise und ihrer deutschen Partner, über fünf Tage auf der Insel Samosir im Tobasee, festigte mit neuen Vereinbarungen die Partnerschaftsarbeit und schenkte neue Perspektiven. Neben diesen intensiven Arbeitstagen besuchten wir gemeinsam historische Stätten der Bataker und nahmen an einer großen Baumpflanzaktion teil, um ein Zeichen zu setzen für die Bewahrung der Schöpfung. Bestimmt haben sich Erdreich und Himmel gefreut! Bei unseren indonesischen Geschwistern auf den fernen Inseln war die Freude jedenfalls groß und vielfältig spürbar.  Sie haben in uns den glimmenden Docht wieder zum Brennen entfacht.

Tageslosung 22.01.2018
Gott kennt ja unsres Herzens Grund.

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