Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz

(Text und Bilder von Kerstin Sistig, Brühl)

ReiseKessy11
Ich wurde in das Krankenhaus in Balige begleitet und mir wurden die Räumlichkeiten gezeigt. Ganz anders wie in Deutschland. Klar? Aber für meine Augen nicht wesentlich anders. Natürlich anders in Bezug auf die Ausrüstung, die Behandlungstechniken und den Aufbau des Gebäudes. Ich habe auf der Säuglingsstation viele Neugeborene gesehen, die ich in einer deutschen Säuglingsstation sicherlich auch gesehen hätte. Ich habe viele Kranke gesehen, was in einem Krankenhaus nicht unüblich ist. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich nicht so ein beklemmendes Gefühl hatte, als ich durch das Krankenhaus ging. Deutsche Krankenhäuser sind sehr steril. Der Geruch in deutschen Krankenhäusern und das beklemmende Gefühl, was sich breit macht, sobald man eins betritt, trat nicht ein, als ich in dem indonesischen Krankenhaus war. * (Bild Kessy8hoch) Es war es offen gebaut. Was das heißt? Dass du drin bist und trotzdem draußen bist, da viele bepflanzte Innenhöfe dort sind, die die Kranken gerne nutzen. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, wie das Krankenhaus auf mich wirkte. Aber ich denke, es ist gleich zu setzen mit dem allgemeinen Eindruck, den Indonesien bei mir hinterlassen hat. Trotz Armut, Krankheit und anderen Problemen im Land, strahlen die Menschen mit ihrem Wesen und ihrer Art zu leben eine unglaubliche Zufriedenheit aus. Eine Zufriedenheit, die wir in Deutschland nur an einer Glühwein-Bude unter Menschen mit ordentlich roten Wangen finden können. Ich glaube, in Indonesien nimmt man die Dinge wie sie kommen, und man macht, was gemacht werden muss. Sie haben auch Probleme und Ängste, aber die Menschen tragen diese nicht die ganze Zeit vor sich rum und präsentieren sie. Nein. Sie leben und lachen so oft sie können. Denn sie wissen, wie kostbar und bereichernd dies ist.

ReiseKessy12


Auf dem oberen Foto sehen Sie, wie ich vor dem Krankenhaus stehe, auf dem zweiten einen der Innenhöfe des Krankenhauses, auf dem dritten sehen Sie mich mit der Diakonisse Rosmauli und Krankenpflegerinnen in der Ausbildung. Als ich in Hepatha ankam, waren Bauarbeiter damit beschäftigt zwei halbfertige Häuser fertig zu stellen. Ich dachte, die Fertigstellung würde noch ewig brauchen, aber stattdessen waren die Häuser fertig, ehe ich abreiste. Ich denke, dies liegt einerseits daran, dass diese Bauarbeiter sehr fleißig sind. Sie machen ihre Arbeit mit viel Hingabe. Zum anderen denke ich liegt es daran, dass Deutschland, sobald es ums Bauen geht, sehr träge agiert. Aber bitte, denken Sie nicht, ich möchte unser Land schlecht darstellen. Im Gegenteil, Ich schätze beide Länder sehr hoch, und doch weiß ich über deren Probleme ebenfalls Bescheid. Es geht mir auch nicht darum, zu sagen wer besser handelt oder nicht. Vielmehr geht es darum, klar zu stellen dass beide Länder sehr unterschiedlich sind. Aber, so wie ich es kennengelernt habe, gut ist, wie es ist. 4

* (Bild Kessy6) Pfarrer Osten, der Leiter von Hephata, und Saud sind mit mir auch nach Silbolga gefahren. Diese Stadt ist fünf Autostunden von Hepatha und Balige entfernt und liegt am Indischen Ozean. Dort befindet sich ein Kindergarten für Kinder mit Behinderungen und ebenfalls eine Eltern-Kind Spielgruppe. Eigentlich war geplant, dass ich in dem Kindergarten zwei Tage arbeite, doch aus den zwei Tagen wurde wegen anderer Termine nur ein Tag. Und als wir dort ankamen, waren keine Kinder da. Aber viele interessierte Damen, die ich zwischen 60 und 80 Jahre alt einschätzte. Alle total fit. Sie helfen dort die Kinder zu betreuen. Mit ihnen habe ich geredet und gemeinsam gesungen. Ich habe ihnen ein deutsches Begrüßungskinderlied beigebracht und dank meiner neu erworbenen Indonesisch-Kenntnisse auch direkt auf Indonesisch übersetzt, so dass sie wussten, was sie singen. Ich habe die Spielgruppe besucht, was ein wenig bedrückend war. Die Eltern haben mir ihr Leid geklagt. Ihr Leid wegen der Armut, der harten Arbeit und der wenigen Zeit für ihre behinderten Kinder. Sie bekommen kaum bis keine Unterstützung vom Staat. Menschen mit Behinderungen sind in Indonesien immer noch nicht gern gesehen. Als sie sprachen, habe ich heraus gehört, wie sehr sie mich als Deutsche beneiden. Eine Dame weinte bitterlich. Ich habe ihnen erzählt, dass unsere deutschen Kinder zum Teil schon mit vier Monaten in die Kitas gehen, da die Eltern gezwungen sind zu arbeiten. Aber sind wir mal ehrlich. Sind sie wirklich gezwungen diese zeitaufwendigen Jobs zu machen? Anscheinend ja, da sich in Deutschland niemand vorstellen kann, seinen doch oft luxuriösen Lebensstil zu ändern. Dies ist mir durch diesen Besuch klar geworden. Mehr als je zu vor, habe ich gelernt mein Leben hier in Deutschland und das was ich habe zu schätzen. Doch ich habe auch gelernt, dass Geld nicht alles ist und es manchmal gar nicht wichtig ist, einen Job zu haben, bei dem man viel Geld verdient. Es reicht völlig aus einen Job zu machen, bei dem man genug zum Essen und Leben hat. Und ich habe das Glück, in einem Job arbeiten zu können, der mir Spaß macht. Ich verdiene auch nicht die Welt. Aber ich kann glücklich sein und schätzen, was ich habe. Denn die Menschen in Indonesien haben noch viel weniger und schätzen ebenfalls, was sie haben, und sie machen ihre Jobs nicht weil sie wollen, sondern weil sie müssen um zu überleben. Sie sind stets bemüht positiv zu denken und fröhlich zu sein. Ich bewundere diese Menschen sehr. Nach meinen Besuchen dort war ich am Meer. Das Wasser sieht genauso kalt aus wie die Nordsee um diese Jahreszeit. Aber es hat Badewannentemperatur. Auf dem Weg nach Sibolga haben wir einen wunderschönen Wasserfall gesehen und dort eine kurze Rast gemacht (siehe Bild oben).

Dieser Reisebericht wird in Kürze fortgesetzt. Über Rückmeldung, Kommentare oder Fragen freuen wir uns. Bitte einsenden an: reinhard [PUNKT] radloff [AT] gmx [PUNKT] de

Tageslosung 22.01.2018
Gott kennt ja unsres Herzens Grund.

Gottesdienste

Gottesdienste im Ev. Kirchenkreis Köln-Süd

Konzerte

Konzerte (Link öffnet neues Fenster)
Copyright © 2011 - Ev. Kirchenkreis Köln-Süd - Alle Rechte vorbehalten