Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz

Grundsteinlegung Balige(Text und Bilder von Jan Siebertz, Pulheim)

Mein Name ist Jan Siebertz, gebürtig aus Köln und ich bin ein Student des Umweltingenieurwesens an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Höxter. (Im Bild vorne links) Über den Kirchenkreis Köln-Süd habe ich im vergangenen Jahr (April bis September 2016) mein Praxissemester in Balige und Laguboti (Kreis Toba-Samosir) auf der Insel Sumatra in Indonesien verbracht. Aufgabe und selbstgestecktes Ziel war das Kennenlernen und Selbst-Erfahren von Umweltschutz in Indonesien im Bereich Abfall und Abwasser. Und mit wahnsinnig prägenden Erfahrungen bin ich auch zurückgekehrt!

Zunächst einmal möchte ich über Land und Leute berichten: Ich hatte wenig erwartet und wurde verzaubert. Die Menschen vor Ort, denen ich begegnet bin, waren offen mich kennenzulernen, und haben sich sehr gefreut, sich mit mir zu unterhalten, trotz erheblicher Sprachbarrieren. Türöffner für mich war vielfach die (anscheinend weithin bekannte) Kirchenpatenschaft zwischen der VEM und der HKBP. Nach der Vorstellung und dem Hinweis, ich wäre über die VEM hier und kein Tourist, wurde ich wohlwollend aufgenommen und öfters spontan zum Essen im Hause von eben-noch-Fremden eingeladen und wirklich herzlich und gut bewirtet. Insbesondere Mitglieder der HKBP-Kirche und der Diakonissenschule sowie Kolleginnen und Kollegen am Krankenhaus Balige und dem Institut Technologie DEL haben mich nicht nur zum Essen eingeladen, sondern mir auch die wirklich schöne Gegend gezeigt und mich somit in ihren Alltag integriert.

Nun aber zu meinem Hauptanliegen, den Umweltschutz vor Ort kennenzulernen. In Indonesien gibt es im Grunde sehr ähnliche Gesetze wie in Deutschland. Allerdings sind diese in der Region wenig bekannt und wenig zufriedenstellend umgesetzt. Das mag wohl damit zusammenhängen, dass Jakarta weit weg von Toba-Samosir ist und daher Informationen länger brauchen. Für mich war es ein großes Abenteuer und eine tolle Erfahrung, den Stand der Technik in Toba-Samosir herauszufinden. Hier also meine Ergebnisse:

· Abwasser wird nicht behandelt, aber aus der Stadt gebracht (Rechteck-Kanal aus Zement und Steinen am Straßenrand) oder im Boden versickert. Offiziell nennt sich das System „Septic tank“, mit der Variante „Tank ohne Boden“. Ein Tank aus Beton müsste irgendwann gegen Bezahlung ausgepumpt werden, also hat man den Boden gleich weggelassen. So versickert das Abwasser langsam, oder wird im Tank biologisch abgebaut. Aufgrund der bisher recht niedrigen chemischen Belastungen (es ist kaum Industrie in der Region vorhanden) dient der biologische Anteil des Abwassers als Dünger und sorgt für fruchtbare Böden. Es gibt ab und zu zwar Ungeziefer, gerade in den Rechteck-Kanälen, von aktuellen Übertragungen von Krankheiten habe ich aber nichts gehört. Meines Erachtens müsste das Wasser letztlich in den großen Tobasee fließen und dort zur Eutrophierung beitragen, aber das Thema wird noch nicht diskutiert.

· Wertstoffe aus dem Abfall (Wasserflaschen) können getrennt gesammelt und an Firmen verkauft werden. Diese zahlen zwar wenig pro Kilogramm, aber die Haushalte sammeln häufig diesen Abfall, falls Lagerplatz vorhanden ist. „Pfandflaschensammler“ oder ähnliches gibt es aber aufgrund des geringen Werts der Flaschen noch nicht. Plastiktüten im Supermarkt werden wohl mit einem kleinen Aufpreis versehen, dieser taucht aber nicht als separater Posten auf der Rechnung auf. Und 200 Rupien (weniger als 2 Cent) reichen nicht aus, um finanzielle Anreize zu schaffen, Plastiktüten mehrfach zu verwenden oder darauf zu verzichten. Ansonsten wird Abfall dort gesammelt, wo er besonders stört: entlang der Hauptstraßen und bei den Markthallen. Außerhalb der Stadt verbrennen die Haushalte den Abfall gemeinsam mit den Ernterückständen auf den Feldern, da es dort keine Müllabfuhr gibt. Der gesammelte Abfall (hauptsächlich Verkaufsverpackungen aus Plastik und Essensreste) wird auf einer wilden Kippe etwa 20 km außerhalb von Balige entsorgt. Dort sind Arbeiter damit beschäftigt, das Feuer am Lodern zu halten, um die Abfallmengen zu reduzieren. Offene Verbrennung von Abfällen bei niedrigen Temperaturen verursacht aber schädliche Rauchgasemissionen, die sowohl hinsichtlich menschlicher Gesundheit als auch Klimawandel und Nachhaltigkeit kritisch zu sehen sind.

Besonders danken möchte ich Reinhard Radloff für die unermüdliche Unterstützung vor, bei und nach meinem Praxissemester, ohne ihn wäre das nicht möglich gewesen.

Es folgen noch drei Bilder zum kulturellen Umfeld meines Praxissemesters:

Bild oben: Gottesdienst zur Grundsteinlegung eines neuen Gebäudes in der Diakonie Balige mit Opung Ephorus (rechts), Schwester Setiawan Hutahaean (dahinter in weiß), Dr. Suryadi Panjaitan (Direktor des Krankenhauses, Mitte) und Umweltbeauftragte Grace Sitorus (dahinter in Rot).

Hochzeit SamosirVor der Kirche in Tomok, Insel Samosir während einer traditionellen Batak-Hochzeit, mit Mitarbeitern des Krankenhauses (Jan Siebertz in Weiß).

 

 

Karneval BaligeKarneval in Balige anlässlich des 71. Jahrestags der Unabhägigkeit Indonesiens, mit Herrn Arifin Silaen von der Behörde für Markt und Abfall und seiner Familie

 

Tageslosung 22.01.2018
Gott kennt ja unsres Herzens Grund.

Gottesdienste

Gottesdienste im Ev. Kirchenkreis Köln-Süd

Konzerte

Konzerte (Link öffnet neues Fenster)
Copyright © 2011 - Ev. Kirchenkreis Köln-Süd - Alle Rechte vorbehalten